Vienna Calling - Oder: ein Fazit der letzten Wochen

Montag, 26.08.2013

Ein bisschen ungläubig schaue ich auf die Uhr. Doch, es stimmt! Keine 24 Stunden mehr bis zum Abflug. "Bin ich nicht erst angekommen? Stand ich nicht erst am Flughafen und dachte mir, was ich hier eigentlich mache? Hatte ich nicht erst Probleme überhaupte den richtigen Bus in die Stadt zu finden, und war der Meinung, dass die 5 Wochen ziemlich hart werden können?"

Ja, all das fühlt sich an wie gestern. Andererseits ist so viel passiert, ich habe so viel gesehen und erlebt, dass es sich heute lächerlich anfühlt, dass ich mir damals auch nur ansatzweise Gedanken gemacht habe, ob das Ganze überhaupt eine gute Idee gewesen ist. 

Schnell habe ich gemerkt, dass ich zwar allein reise, aber niemals einsam sein werde. In etwas schwierigeren Situationen findet man sich in der Regel immer jemanden, der einem helfen kann, und wenn nicht, dann versucht man es eben auf eigene Faust, auch wenn es dann vielleicht nicht funktioniert - egal.

Heute kann ich in Ruhe zurückblicken und sagen, dass ich keine bessere Wahl hätte treffen können, als hierher zu kommen. Was hätte ich daheim getan? Vermutlich nichts, das mich auch nur ansatzweise so viel gelehrt hätte, wie diese Reise. Ob es Momente gab, in denen ich anders gedacht habe? Einmal, ja, aber dann begriff ich, wo ich bin, was ich hier eigentlich mache, und erkannte, dass es so viele Menschen gibt, die ihr Leben lang von einer derartigen Reise träumen, aber nie den Sprung ins kalte Wasser gewagt haben.

Natürlich habe ich auch Fehler gemacht, aber ich hatte Glück, denn diese bedeuteten nur, dass ich vielleicht das ein oder andere Mal ein bisschen zu viel bezahlt hatte, oder ich ein bisschen länger brauchte, um mein Ziel zu erreichen. Doch der Erfahrungswert dieser Fehler war weit höher als der der paar Bath.

Und die Menschen? Ich habe einmal gehört: "Die Welt ist kein guter Ort". Was ich bissher gesehen habe, kann ich nur sagen: die Welt vielleicht nicht, hierzu fehlt mir die Erfahrung, Thailand hingegen ist für Reisende ein Ort, an dem man sich höchstens davor fürchten muss, im Taxi mehr bezahlen zu müssen. 

Zu den anderen Reisenden: die haben in der Regel die selben Interessen, wie man selbst. Auf Reisen sind Sprachbarrieren und Vorurteile gegen das ein oder andere Land schnell vergessen, denn man hat ja ein gemeinsames Ziel: reisen. Bei den meisten, die ich getroffen habe, wäre ich sehr froh, auch in Zukunft mit ihenen in Kontakt zu bleiben.

Jetzt, wo ich die letzten 5 Wochen an mir vorbeiziehen lasse, spüre ich schon ein bisschen, dass mir der Reisealltag ein bisschen fehlen wird: aufstehen, Frühstück aus dem 7Eleven holen, Sachen packen, einen ratternden Bus in die nächste Stadt nehmen, keine Ahnung zu haben, wo ich hingehen soll, im Vorfeld nicht zu wissen, wo ich schlafen werde, Sachen im Hostel abladen, Schuhe binden und Thailand erleben.

Der Sommer, in dem ich mehr im Ausland war, als daheim, mag zwar zu Ende gehen, aber eines steht fest: habe ich früher das Backpacken immer mystifiziert, mir gedacht, dass es wohl die beste Art sein muss, ein Land zu erleben, weil man viel näher an den Menschen dran ist, kann ich nur sagen: ich habe mich nicht geirrt. Ich denke, dass ich damit die Art des Reisens gefunden habe, die mich am meisten erfüllt.

Das hier wird vermutlich mein letzter Blogeintrag sein. Ich bedanke mich bei denen, die hier regelmäßig mitgelesen haben, und mit denen ich meine Erfahrungen teilen durfte. Aber auch denen, die mich eigentlich nicht kennen, und hier spontan reingeschaut haben, gebührt mein Dank.

Mein Thailand-Abenteuer ist hiermit beendet, doch eine Idee für die nächste Reise beginnt sich schon zu formen. Wann? Wie? Wohin? Alles Fragen, die die Zukunft klären wird.

Reif für die Insel - Ko Tao #2

Samstag, 24.08.2013

Ich muss zugeben, dass ich schon etwas erschrocken war, als ich feststellte, dass ich jetzt zwar schon 3 Tage auf der Insel bin, ich aber vermutlich mehr von der Unterwasserwelt gesehen habe, als von der Oberfläche. Der Vorteil, den so eine Touristeninsel hat, ist klarerweise, dass man nicht allzuweit gehen muss, um seinen Alltag abwickeln zu können.

Für mich war daher klar, dass ich meinen geplanten Strandtag daher auf das andere Ende der Insel verlagern werde, und den Weg dorthin zu Fuß zurücklegen werde, nur um einmal ein bisschen aus der Tauchschule herauszukommen. Der Weg kann ja auf einer Insel, die in ihrer Nord-Süd Ausdehnung keine 7 km misst, nicht so weit sein - dachte ich mir zumindest und ging mit Flip-Flops los.

Irgendwann, als ich auch die letzten Tauchschulen und Souvenirshops hinter mir gelassen hatte, merkte ich, warum hier keiner zu Fuß geht: aufgerissene Betonstraßen, teilweise noch Schotterpisten mit einer Steigung von >20% suchen sich ihren Weg durch das Innere der Insel.

Umkehren gibt es nicht, daher geht es immer weiter nach vorne, auch wenn meine "Schuhe" eigentlich nicht für einen Gipfelsturm wie diesen gedacht sind. Dafür war der Ausblick auf (gerade einmal) 140 Metern großartig. An den Hängen der Hügel kann man sehen, dass sich viele Reiche hier eine Sommerresidenz aufgebaut haben, aber auch, dass einigen wohl das Geld dazu mitten während des Baus ausgegangen ist. Verlassene Rohbauten gehören genauso zum Bild, wie Kokusnusspalmen und tiefblaues Meer.

Die kleine Bucht hatte ich für mich allein, schmiss meine Sachen in den Schatten und ging ins Wasser. Aber keine 10 Minuten, und die ersten Urlauber, die den Weg klarerweise mit dem Moped gefahren waren, kamen, und breiteten ihre Handtücher aus (ohne Vorurteile prägen zu wollen - damit war klar welcher Nation sie angehörten) und quietschten herum, wenn sie von einem der bunten Fische am Bein berührt wurden. 

Ein bisschen genervt trat ich nach einiger Zeit den Rückzug an.

Zurück in der Tauchschule freute sich Walter (der korneuburger Besitzer) wieder einmal über ein offenes Ohr (täglich erwischte er uns, und teilte seine 15 Jahre Thailanderfahrung mit uns) und ermöglichte es mir, endlich ein bisschen hinter die Fassade der Thais blicken zu können. Genauer möchte ich nicht darauf eingehen, nur soviel: vieles in Thailand ist anders als es den Anschein macht. Das Land des Lächelns hat mit vielen Problemen zu kämpfen.

Reif für die Insel - Ko Tao #1

Donnerstag, 22.08.2013

Ko Tao liegt trotz zunehmender Beliebtheit immer noch im Schatten ihrer Schwesterninseln. Und das ist auch gut so, denn noch kann man hier echtes Inselfeeling entwickeln.

Schon am Boot wird man von den ersten Schleppern wegen eines Tauchkurses angesprochen, und wenn man dann freundlich ablehnt wünschen sie dir viel Glück bei der! Unterkunftssuche "Very busy now". Nun gut, darauf lass ich es ankommen.

Aber nichts wurde aus der abenteuerlichen Suche nach einer Tauchschule, denn ich hatte mich kurzerhand an ein deutsches Ehepaar gehängt, die meinten, ich solle doch mit Ihnen den Kurs machen. Sie erzählten mir, dass bereits Verwandte von ihnen hier Ihren Anfängerkurs gemacht hätten, und sie schwer begeistert gewesen seien. Und als sich dann herausstellte, dass der Besitzer der Tauchschule auch noch aus Korneuburg kommt, überzeugte es mich noch mehr.

Zuerstmal zum Tauchkurs: 3 Tage intensiver Theorie- und Praxisunterricht, den ich aber keine Sekunde bereute. Ko Tao ist vermutlich einer der schönsten Orte, an denen man den Dive-Kurs machen kann. Türkises Wasser, weite Sicht unter Wasser, gute Tauchlehrer, niedrige Preise und eine Artenvielfalt, die atemberaubenden ist (auch wenn das im Zusammenhang mit dem Tauchen ein eher negativer Begriff ist^^).

Bevor ich aber tauchen dürfte, ging es erstmal zum Arzt, denn die "Regelmäßige Einnahme oder Verabreichung von Medikamenten" konnte zu einem KO-Kriterium werden, und immerhin bin ich immer noch in der Tollwut-Behandlung. Aber alles ok, 200 Bath leichter durfte ich dann die Ausbildung beginnen.

Der erste Tag besteht eigentlich aus grundlegenden Skills im flachen Wasser, aber schon beim zweiten Tauchgang durften wir etwas an den seichten Riffen herumtauchen. Schon 5 Meter unter der Oberfläche ist das ein Wahnsinn.

Alles ist neu und aufregend, daher konnten weder die beiden Deutschen nocn ich es erwarten, am nächsten Tag wieder rauszufahren. Einzig und allein die "Hausaufgaben" waren nervig und auch eher sinnlos, aber ok, für diese Erfahrung schluckt man das eben.

Claus, unser Tauchlehrer, war eine Mischung aus relaxtem Inselbewohner (zu dem man hier wahrscheinlich automatisch nach einer gewissen Zeit wird) und seriösem Lehrer; was wünscht man sich mehr?

Am letzten Tag ging es bei Sonnenaufgang raus nach Shark Island (Nein, alles ganz harmlos dort) und White Rock, und so ohne das Skilltraining fühlt man sich dann doch schon irgendwie wie ein echter Taucher. 

Klar hatte ich mir irgendetwas Seltenes erhofft: einen Kraken, eine Schildkröte oder vielleicht gar einen Walhai? Ok, das war vielleicht ein bisschen zu optimistisch.

Mein Open-Water-Kurs ist damit beendet, und eigentlich will ich nur eins: weitermachen!

Südwärts

Sonntag, 18.08.2013

Da stand ich also am Nordbahnhof von Bangkok, fest entschlossen, noch heute nach Chumphon zu fahren. Es war zwar schon finster, aber egal, irgendwie wird es schon gehen. Ich fragte mich durch, doch keiner konnte mir 100%ig sicher sagen, ob heute noch ein Bus Richtung Süden fährt.

Meine Stimmung war etwas getrübt. Einer der Mopedfahrer bot mir an, mich für wenig Geld zum nächsten Bahnhof zu fahren (zuerst wollte er mir noch einen 700 Bath teuren Minivan anbieten, der aber einerseits zu teuer war und andererseits um 2 Uhr in der Früh in Chumphon gewesen wäre - eine Zeit, zu der ich nichts Anderes tun hätte können außer Warten) , wo bald ein Zug abfahren sollte. Gut, denke ich mir und schlage ein.

Während der Fahrt war ich mir sicher, dass ich mir keine Sorgen mehr um irgendwelche Züge machen müsse, denn ich würde das hier sowieso nicht überleben. Meinen Rucksack zwischen Lenker und den Beinen des Fahrers eingeklemmt und ich hinten drauf, ja es geht hier alles etwas leichter zu als daheim und dass das Moped mehr als die möglichen 45 km/h fuhr, war offensichtlich, und das auch noch durch den Nachtverkehr.

Als ich es wider erwarten doch zum Bahnhof geschafft hatte, sagte mir der Beamte am Schalter, dass der nächste Zug den ich nehmen konnte, erst um 13:00 am nächsten Tag fährt, da alle anderen ausgebucht seien. Ich wollte ein Ticket ohne Sitzplatz, aber sowas geht in Thailand wohl nicht. Also ging es mit dem Taxi zur Kao San Road.

Ach ja eine kleine Anmerkung zum Thema Handeln: Thais sind sehr schnell beleidigt, wenn man den von ihnen vorgeschlagenen (und offensichtlich viel zu hohen) Preis drücken will. Taxi-Meter haben sie zwar alle auf ihrem Dach stehen, benutzen will es aber keiner. Als ich versuchte, einen fairen Preis auszuhandelm drehte sich der Taxifahrer mit verschränkten Händen zur Seite und ignorierte mich. Ein bisschen wehmütig dachte ich an die Händler in der Türkei, die Handeln noch als Sport sehen und war froh, dass einer der jüngeren Fahrer dann für einen (etwas) besseren Preis bereit war, mich zu fahren.

Das Guesthouse war, wie soll ich sagen: schlecht. Die gesamte Kao San war im Ausnahmezustand und ich, der eigentlich gar nicht hier sein wollte, mitten drinnen. Das Zimmer war direkt über einer Disco, was soll's, es war eindeutig nicht mein Tag.

Um 13:00 ging es dann endlich weiter. 2. Klasse, 8 Stunden nach Chumphon. Das Ticket für Transfer und Fähre hatte ich bereits im Vorfeld besorgt (was sich dann sogar als Hinderniss herausstellen sollte). Am Bahnhof erklärte man uns dann, dass alle Fähren wegen Niedrigwasser bereits um 18:00 abgefahren waren, wir aber für kleines Geld in einem Guesthouse schlaffen könnten. Anfangs waren wir skeptisch und rochen eine Touristenfalle, aber nach einem Gespräch mit einem Amerikaner, der vorhin von Ko Tao gekommen war, bestätigten die Version der Beamtin am Bahnhof.

Wir blieben also alle über Nacht und waren froh, als wir um 07:00 Uhr endlich auf die Fähre konnten

Auf, auf über die Grenze nach Kambodscha

Samstag, 17.08.2013

Wenn ihr euch fragen solltet, warum nichts Neues im Blog stand, oder wo ich überhaupt war dann sag ich nur: Ankor Wat

Von Bangkok sind es 6 Stunden mit dem Zug an die Grenze nach Aranyaprathet. Dort heißt es dann, sich durch eine Menge von Tuk-Tuk Fahrern und "Helfern" zu bahnen, deren einziges Ziel es ist, möglichst viel Geld aus dir herauszubekommen. Zum Glück hatte ich schon im Zug (3 Klasse - voll mit Einheimischen und ein paar abenteuerlustigen Backpackern) Christopher aus Deutschland, Tal aus Israel und 2 Österreicherinnen getroffen, mit denen der Grenzübergang zum Kinderspiel wurde, auch wenn es sehr, sehr lange dauert.

Hat man dann die kambodschanische Grenzstadt Poipet erreicht, will man eigentlich nur schnell weiter: staubige Straßen und dutzende Casinos (in Thailand ist das Glücksspiel ja verboten) prägen das Stadtbild.

Für 10$ geht es dann nach Siem Reap. Auf dem Weg dorthin erwartete ich mir trostloste Armut und staubige Holperstraßen. Doch nichts Dergleichen. Reisfelder soweit das Auge reicht.

In Siem Reap war es nicht anders: der Tourismus hat aus der Stadt eine Art Disneyland gemacht, welches absolut nichts mit dem Kambodschs zu tun hat, welches vermutlich hinter den Stadtgrenzen in Armut versinkt.

Letztlich nur noch zu 3. suchten wir eine Unterkunft und waren bereit für den nächsten Tag. Noch ein kleiner lustiger Fakt am Rande: die Landeswährung ist der Riel, aber alles wird in US-Dollar abgewickelt. Nur wenn man z.B. 1.5$ zurückbekommt, bekommt man eine 1$-Note und den Rest in Riel. Ein verrücktes System.

Ein 40$-Ticket für 3 Tage und ein Fahrrad für 1$ später waren wir dann auch schon in den Ruinen von Ankor Wat. Ich hätte ehrlich gesagt einen einsamen Ort erwartet, der von ein paar Backpackern erkundet wird, aber Ankor hat es zur Weltattraktion geschafft: Reisegruppen, Eltern mit kleinen Kindern, Pensionistenvereine. Das alles in einem Land, das bis vor 20 Jahren von jeder Reisekarte verschwunden gewesen ist, und noch heute zu einem der am stärksten verminten und ärmsten Länder der Welt zählt.

Wie soll ich Ankor am besten beschreiben? Vermutlich ist es einer der Orte auf der Welt, an denen man sich am ehesten wie Indianer Jones fühlt. Vor allem auf dem Fahrrad durch die uralten Ruinen zu fahren hat (trotz der an manchen Stellen vorherrschenden Touristenscharen) etwas Abenteuerliches.

Am 2. Tag haben wir uns dann doch für eines der Tuk-Tuks entschieden, um die Anlagen außerhalb Ankors zu erkunden. Und siehe da: kaum verlässt man die ausgetretenen Pfade und fährt zu den "Geheimtipps" findet man nur mehr kaum andere Touristen, dafür kann man auf denm Weg dorthin an manchen Stellen das Elend Kambodschas erahnen.

Den Abend verbrachten wir noch zusammen mit ein paar anderen Backpackern im "Ankor What?" (ja, alles hier in Kamboddcha dreht sich um die Ruinen im Dschungel).

Da Tal uns am nächsten Morgen verlassen würde, beschlossen Christopher und ich, noch zum Sonnenaufgang nach Ankor zu fahren. Da es Ausländern verboten ist, in Kambodscha selbst zu fahren, versuchten wir zuerst jemanden zu finden, der uns für ein paar Dollar sein Mopet leihen würde (alles unter der Hand versteht sich).

Da aber keiner einwilligen wollte, boten wir dem Nachtwächter von Gegenüber 8$ für 2 Stunden an, der sofort einschlug. Dass das Gebäude dabei unbewacht bliebt, interessierte hier keinen.

Der Sonnenaufgang war unglaublich, und wir konnten ihn beinahe allein genießen. Um 09:00 ging es dann zurück zur Grenze, wo sich dann auch unser beider Wege trennten. 

Um Christopher an dieser Stelle zitieren zu dürfen: "wir haben Ankor gesehen, nicht Kambodscha" - Ja, da hat er wohl recht, aber das bedeutet auch, dass ich früher oder später zurückkehren werde.

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Mittwoch, 14.08.2013

Irgendwie ist es schon lustig: desto mehr Zeit man hat, umso weniger kommt man zum Bloggen. Also es tut mir leid, in Zukunft versuche ich das Ganze wieder aktuell zu halten.

Also von Chiang Rai ging es mit dem Nachtbus 12 Stunden zurück nach Bangkok. Alles schön und gut, doch dass wir 5(!) Mal von der Polizei aufgehalten wurden, die einmal sogar mit Drogenspürhunden unser Gepäck untersuchten und uns 2x mit ihren Taschenlampen weckten, nur um unsere Pässe zu sehen war weniger gut, aber ja. 

Dann war ich auch schon zurück in Bangkok. Erstaunlicherweise war es ruhig. Fast schon zu ruhig, denn ich hätte Bangkok anders kennen gelernt. Der Tuk-Tuk Fahrer klärte mich auf und meinte es sei der Geburtstag der Königin. Aha, na dann.

Ich bezog also wieder meine alte Unterkunft und teilte das Dorm-Zimmer wieder mit... Niemanden. Die meisten Touristen bleiben dann doch lieber auf der Kao San.

Da es gerade einmal 8:30 Uhr war, setzte ich mich in eines der Boote und fuhr bis Endstation (Sapahn Taksin). Mitten in Bangkoks Nobel-Hotelviertel steht aber auch ein echter Insider-Tipp: das Sathorn Unique. Es wurde 1997 erbaut, doch dann folgte die Asien-Krise, und den Investoren ging das Geld aus. Heute ragt der Rohbau in Bangkoks Skyline. Man kann auch hinauf, jedoch bedarf es etwas Glück, das ich leider nicht hätte.

Egal. Immerhin konnte ich meinen letzten Krankenhausbesuch hinter mich bringen. Der Tag verflog, und es ging früh ins Bett, denn morgen heißt es, früh aufstehen und auf nach Kambodscha. 

Ps: der Eintrag beschreibt meine Erlebnisse vom 12.08. 

Trekking in Nordthailand - Ein Erlebnisbericht

Freitag, 09.08.2013

Gleich vorweg: das könnte etwas länger werden.

Ja es war an der Zeit, den Tempeln "Auf Wiedersehen" zu sagen, um einmal etwas anderes zu machen. Die meisten die nach Nordthailand kommen, verschlägt es nach Chiang Mai, und weiters zu einem der hundert Reisebüros, die eine Trekking Tour anbieten.

"Nein, ich mach das in Chiang Rai" war meine Standardantwort, wenn ich von einem der Anbieter gefragt wurde, ob ich nicht eine seiner Touren buchen möchte. Von Chiang Rai erwartete ich mir "echteres" Trekking - mit weniger Touristen.

Und so war es dann auch. Zumindest was die Touristen betrifft. Wurde ich in Chiang Mai noch von dutzenden Leuten angesprochen, musste ich hier selbst nach einem passenden Angebot suchen - nicht, dass es nicht genug Büros dafür gäbe, aber als Alleinreisender war es schwierig, sich einer Gruppe anzuschließen.

Als sich dann einer der Mitarbeiter des Orchidis Guesthouse aufopfernd für mich einsetzte, war eine 2-Tagestour schnell gefunden.

Unsere Gruppe bestand aus:

   -) 4 Franzosen (deren Namen ich nicht mehr weiß, vermutlich deshalb, weil sie auch kein großes Interesse hatten, sich in die Gruppe einzubinden)

   -) 2 Italienern (Isabella (24) und Fabio (31) - bessere "Mittrekker" hätte ich mir eigentlich nicht wünschen können). Isa war quasi das Sprachrohr für Fabio, dessen Englisch nur die Basics abdeckte. Dennoch habe ich mich selten mit einem Menschen nur durch Gestik so gut verstanden wie mit ihm. 

   -) Fido, unser Guide, der für uns kochte, und in dem wir schnell einen fürsorglichen und gesprächsbereiten Menschen fanden. 

   -) und natürlich meine Wenigkeit

Zur Tour: ja, die Bootsfahrt und das Elefantenreiten waren bei jeder Tour dabei, also hieß es zuerst diese Programmpunkte erledigen, bevor es zum eigentlichen Trekking kam. Dieses gestaltete sich dann anspruchsvoller als befürchtet. Es ging etwa 3 Stunden querfeldein durch Maisfelder und dichten Bambuswald, immer höher und höher. Ein paar kurze Pausen gab es zwar, doch jeden Schluck den man trank, drückte es kurze Zeit später wieder aus jeder einzelnen Pore. Mit meinem Ärmel wischte ich mir immer wieder den Schweiß vom Gesicht, doch bald fragte ich mich, ob ich eigentlich den Schweiß abwischte, oder mein Gesicht nur noch feuchter machte.

Lediglich der Gelsen-Spray zeigte erstaunlich gute Wirkung.

Am späten Nachmittag erreichten wir dann eines der Bergdörfer. Freundlich wurde uns Tee gereicht. Dann konnten wir die Gegend erkunden. Fido nahm mich jedoch mit, und zeigte mir das Dorf und seine Geschichten, während sich die anderen ausruhten.

Er meinte, dass das viele Grün uns nicht täuschen soll: die großen alten Bäume sind längst von geschäftstüchtigen Chinesen gefällt und verkauft worden und das was wir heute sehen, sind nur große Bambuswälder und Tee-/Reisfelder. Auch das Problem mit dem Opium sei wieder da. Auch wenn die Regierung den Handel und Verkauft stark reduziert habe, sei es noch immer eine wichtige Einnahmequelle. "5 Bath for 1 Kg Mais and 100.000 Bath for 1 Kg Opium - that's crazy". Er lachte,  schüttelte dabei aber den Kopf und ging weiter.

Er erzählte mir Geschichten von einem Kind, dass eines der Bambushäuser niedergebrannt hatte, von dem Problem der Langeweile vieler Bergbewohner und der Alkohol- und Drogensucht, die die Leute hier stark in der Hand hat.

Danach ging es ans Essen machen, wobei Isa, Fabio und ich Fido halfen. Dabei brachte einer der Dorfbewohner eine kleine Schüssel herein, die Fabio sofort begeisterte. Darin lag eine lebende Bambusraupe, die Fabio natürlich kosten wollte. Seine Augen leuchteten, als er dabei zusah, wie sie auf der heißen Kohle zubereitet wurde. Danach wurde sie geschält und Fabio gereicht. Der zerteilte sie, und meinte, ich solle auch kosten. "Like chicken" meinte er. "Si, like chicken" - es schmeckte gar nicht so schlecht.

Fido reichte dazu "Happy-Water" - einen selbstgebrannter Reisschnaps. Während sich die 4 Franzosen ein Stamperl teilten, füllte Fido unsere Gläser bereits nach.

Das Essen war perfekt und mehr als jeder von uns essen hätte können. Nach dem Essen verzogen sich die Franzosen bald in ihre Hütte während wir zu dritt noch draußen saßen.

Als dann die Kinder des Dorfes dazukamen, war es vorbei mit der Ruhe. Wir spielten mit ihnen Spiele, ohne ein Wort zu verstehen, Fido spielte auf seiner Gitarre und alle hatten Spaß. Nur das Fido sagte, dass viele der Kinder ohne einen Elternteil aufwachsen, weil viele der Eltern wegen Opium im Gefängnis sitzen, drückte die Stimmung etwas.

Um Mitternacht gingen auch wir dann in unsere Hütte, doch im Schein der Taschenlampe sahen wir dann Dinge die besser unentdeckt geblieben während. Da huschte eine Kakerlake über den Boden, eine Wanze saß innerhalb es (zum Glück vorhandenen) Gelsennetzes und eine handtellergroße Spinne versteckte sich in einer der Ecken. Fabio nahm einen Schuh, stieß gegen das Netz und meinte: "Este kaputto - No problemo" (meine schlechte Transkription des Italienischen sei mir an dieser Stelle verziehen). Naja schnell unter das Netz und nicht dran denken.

Um 08:30 wurden wir geweckt, aber der Hahn hielt mich sowieso schon seit Sonnenaufgang wach. Es gab Früchte, dann ging es weiter durch die dichten Wälder der Hügel. 

Ein Regenschauer erwischte uns, doch wir waren zum Glück in der Nähe einer Hütte. Wir wurden zwar nicht nass, aber der sowieso schon steile Weg war von da an auch noch nass und schlammig. Es wurde also doch noch ein bisschen abenteuerlich.

Erneutes Mittagessen und Weiterwandern füllten großteils des Tages. Als wir dann den Wasserfall erreichten, meinte Fido, dass wir jetzt baden gehen würden. Wir sahen sich fragend an, doch da war Fido bereits im Wasser. Die anderen sahen sich noch fragend an, während Fabio mir zunickte, und kurz darauf Fido folgte. Nun, an Badesachen hatten alle gedacht, an ein Handtuch jedoch nicht. Aber egal, unsere Sachen waren sowieso schon nass.

Am Ende erwischte uns dann doch noch der Regen. Kamera, Geld und Pass wurden schnell in Frischhaltebeutel gestopft und es ging weiter. Abschließend gab es noch in Bad in den heißen Quellen und anschließendem Tranfer zurück zum Guesthouse. Dabei tauschten Isa und ich noch eMail-Adressen aus und dann waren die beiden Trekking-Tage auch schon vorbei.

Chiang Rai - Der lange Weg in den Norden

Dienstag, 06.08.2013

Einerseits erscheint es mir wie eine Ewigkeit, dass ich Bangkok verlassen habe, andererseits weiß ich auch nicht, wo die letzten Tage und Wochen geblieben sind. Zu viel sieht und erlebt man hier Tag für Tag, als dass es schnell langweilig werden könnte.

Ich lasse also Chiang Mai hinter mir, und fahre nordwärts Richtung Chiang Rai, dass von vielen Touristen oft übersehen wird. Schon die Fahrt war ein Erlebnis: kaum hat man die Stadt verlassen, taucht man ein in eine Mischung aus dicht bewachsenen Hügel und weitläufigen, grünen Reisfelder. Der Bus bahnt sich seinen Weg durch das hügelige Gelände: rauf, runter, links rechts... Auch wenn ich solche Fahrten normalerweise alles andere als entspannend finde, merkte ich diesesmal nichts. Zu interessant waren Land und Leute, die am Busfenster vorbeizufliegen schienen.

Lediglich die Geräusche aus der hinteren Bankreihe zerstörten die Idylle etwas. Es klang wie eine aufgebrachte Kamelherde, die sich hinter mir breit gemacht hatte, doch es war nur eine Mitreisende, der die Fahrt nicht so gut bekam.

Chiang Rai selbst ist weitaus entspannter als ihre Schweststadt. Damit habe ich den nördlichsten Punkt meiner Reise erreicht. Weiter nach oben ginge es dann nach Laos oder Burma, doch das heben ich mir für ein andermal auf.

Chiang Mai - Rose des Nordens

Sonntag, 04.08.2013

Chiang Mai gilt für die meisten als zweiter "must-stop" auf dem Weg durch Thailand.

Die Stadt liegt inmitten grüner Berge, aber nicht nur die Landschaft sondern auch das Klima unterscheidet sich stark von dem Bangkoks': zwar hat es immer noch > 30 Grad, aber irgendwie ist es dennoch angenehmer.

Dass es sich um eine Touristenstadt handelt merkt man schnell, da sich hier Starbucks an Bars und KFCs reihen. Hier bekommt der verwöhnte Tourist einfach alles, was er von zuhause her auch kennt. Auserdem ist es möglich, Unmengen an Touren zu buchen: Thaiboxen, Kochkurse, Trekkingtouren. Jedoch scheint nicht jedes Angebot schlecht zu sein.

Am ersten Tag hab' ich mich für die von Lonely Planet empfohlene Tour durch dir Altstadt entschieden. Sehr schön, sehr interesssnt, aber an jedem "Hotspot" fanden sich mindestens 5 andere, die ihre Nase ebenfalls im Lonely Planet vergraben hatten. Individueller Massentourismus eben.

Am Abend wollte ich dann an einem der "Monk Chats" (einem Gespräch mit buddhistischen Mönchen, die Ausländern Fragen zu ihrer Religion beantworten, und dabei ihr Englisch verbessern können) teilnehmen, doch der Tempel schien unauffindbar und plötzlich fand ich mich mitten in der "Saturday Walking Street" wieder.

Tausende Menschen und hunderte Händler, die ihre (meist handgemachten) Objekte verkaufen wollen. Es ist laut, eng und überall riecht es nach Essen. Doch das änderte sich um Punkt 18:00 als aus den Lautsprechern die Nationalhymne ertönte. Alles wurde stehen und liegen gelassen, der Strom an Menschen verebbte und es wurde ganz ruhig. Drei Minuten später war die Stille jedoch wieder vergessen und das bunte Treiben ging weiter.

Auch ich könnte mich für eines der handgeschnitzten und -bemalten Objekte begeistern, auch wenn ich noch immer nicht weiß, wo es daheim hinkommen soll...

Als die Sonne hinter den grünen Hügeln verschwunden war, fand ich dann auch endlich jenen Tempel mit den gesprächsbereiten Mönchen. Sehr empfehlenswert, an solch einem Gespräch teilzunehmen, man sollte jedoch darauf vorbereitet sein, dass jene Unterhaltung mehr Fragen aufwirft, als s ie beantwortet: Wiedergeburt, Nirwana, Chakren... nach 1.5 Stunden war den meisten Teilnehmern die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben, auch wenn sich die Mönche große Mühe gaben, alles genau zu erklären.

Ach ja, dann gab es ja noch das Treffen mit einem der vielen Obdachlosen der Stadt. Wie so oft wird man von ihnen angeredet, doch da die Ampel nicht auf grün springen wollte, und ein Überqueren der Straße glattem Selbstmord gleichkommt, unterhielt ich mich eben mit einem von ihnen. In einem guten Englisch bot er mir mehr Informationen als jeder Reiseführer der Welt, außerdem meinte er auch, eines der vielen Restaurants würde von einem Österreicher berrieben werden, und deutete irgendwo Richtung Innenstadt. Erst am Ende fragte er mich nach 20 Bath (50 Cent). Selten gab ich jemandem lieber eine Spende. 

Sukhothai #2 - Si Sanchanalai

Samstag, 03.08.2013

Eigentlich wollte ich das schon gestern schreiben, aber mein Tablet wollte sich nicht mit dem Wlan meiner Unterkunft anfreunden.

Si Sachanalai ist ein weiter "Historical Park", der von den meisten Touristen jedoch übersehen wird, denn immerhin liegt er 50 km außerhalb von Sukhothai. Wenn ihr euch jetzt denken solltet, ob ich mir eigentlich nur Ruinen anschau', kann ich nur sagen: der ganze Norden ist voll davon.

Eigentlichh wollte ich mit dem Bus dorthin fahren, aber ein Fahrer, der bereits 3 Franzosen dazu überredet hatte, mit ihm zu fahren, könnte auch mich überzeugen. Auch wenn es teurer war, dauerte die Fahrt nur eine halbe Stunde und ich erfuhr, dass einer der Franzosen ab Herbst in Wien studieren wird.

Wieder wurde sich ein Rad gemietet (erneut ohne Gänge, was die ganze Fährt in dem hügeligen Gelände besonders schwer macht und man sich fragt, ob man es eigentlich noch zurück schafft).

Das Besondere an dem Ganzen war, dass ich während des ganzen Tages nur einmal den Franzosen begegnet bin. Sonst niemanden. Hierher verirrt sich anscheinend wirklich keiner. 

Auf Rückfahrt bemerkte man dann jedoch schnell den großen Unterschied zwischen Europa und Thailand. Vielerorts scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Reisfelder werden mit Wasserbüffel gepflügt, abgeerntete Felder werden niedergebrannt, Kinder spielen in zerrissenen Hosen auf der Straße mit Hähnen... Das Stadt-Land-Gefälle ist gerade hier ernorm.

Thailand mag zwar das fortschrittlichste Land in SOA sein, aber außerhalb der Städte merkt man hiervon wenig.

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